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Was passiert, wenn es drauf ankommt – und die Kamera noch aus ist? Im Podcast mit Oliver Pohl (https://exit-mentor.de/) spricht unser Dr.-Ing. Matthias Hagner über die Zukunft der Body-Cam und darüber, warum Technik allein nicht reicht.

Wer eine Body-Cam trägt, kennt die Situation: Es wird laut, die Lage eskaliert – und erst dann fällt einem ein, dass die Kamera noch gar nicht läuft. Genau dieses Problem beschäftigt uns bei NetCo seit Jahren. Denn die beste Aufnahme nützt nichts, wenn sie zu spät beginnt.

Die vollständige Podcast-Folge

Prerecording ist gut – automatische Aktivierung ist besser

Schon heute bieten unsere Body-Cams eine Prerecording-Funktion: Die letzten Minuten werden im Hintergrund mitgesichert und stehen zur Verfügung, sobald die Aufnahme manuell gestartet wird. Das schließt die Lücke ein Stück weit. Aber der eigentliche Fortschritt liegt woanders.

Wir arbeiten daran, dass die Kamera selbst erkennt, wann sie gebraucht wird. Laute Stimmen, aggressive Gesten, hektische Bewegungen – all das sind Signale, auf die eine intelligent ausgestattete Body-Cam reagieren kann. Bereits 2020 haben wir auf der GPEC in Leipzig einen funktionierenden Prototyp gezeigt, der aggressives Verhalten erkennt und die Aufnahme automatisch startet. Das war lange bevor der aktuelle KI-Hype begann – und es war kein Showeffekt, sondern eine Antwort auf ein reales Problem aus dem Einsatzalltag.

KI bei NetCo: Werkzeug, kein Buzzword

Im Podcast sagt Matthias dazu einen Satz, der unsere Haltung gut zusammenfasst: „Viele nutzen KI, um modern zu wirken – bei uns nicht. Uns geht es um praktische Lösungen für echte Probleme.”

Für uns ist KI kein Selbstzweck. Wir setzen sie dort ein, wo sie einen konkreten Nutzen bringt: bei der automatischen Aktivierung, bei der Gruppenaktivierung – wenn ein Einsatzleiter seine Kamera startet und die Kameras der Kollegen automatisch mitlaufen – oder bei der Auswertung großer Datenmengen. KI hilft, Muster zu erkennen, Auffälligkeiten zu markieren und schneller zu den relevanten Stellen in einer Aufnahme zu springen. Aber am Ende entscheidet immer ein Mensch.

Technik braucht einen rechtlichen Rahmen

Was technisch möglich ist, ist nicht überall erlaubt – und das ist auch gut so. Im Gespräch wird deutlich, wie unterschiedlich die Welt mit dem Thema Body-Cams umgeht. In den USA wird vielfach durchgehend aufgezeichnet, teils explizit zum Schutz des Gegenübers. In Teilen Asiens gehören permanente Kameraaufnahmen zum Alltag. In Deutschland und Europa gelten strengere Datenschutzregeln.

Das stellt besondere Anforderungen an die Einführung von Body-Cam-Programmen: Wer ist verantwortlich? Wer darf auf Aufnahmen zugreifen? Welche Rechte haben die aufgezeichneten Personen? Damit eine Kamera automatisch erkennen kann, was um sie herum passiert, müsste sie permanent mithören oder mitsehen – und genau das ist datenschutzrechtlich in Europa ein sensibles Thema. Wir nehmen diese Abwägung ernst und entwickeln unsere Lösungen so, dass sie innerhalb des geltenden Rahmens funktionieren.

Datensouveränität: Ihre Daten bleiben bei Ihnen

Eine Frage, die uns regelmäßig gestellt wird: Wo landen die Aufnahmen? Bei NetCo hat der Kunde die Wahl. Viele Organisationen, insbesondere Polizeibehörden, wollen die vollständige Kontrolle: Kamera in die Dockingstation, Übertragung per Kabel, Daten bleiben im eigenen Netzwerk – ohne Internetanbindung.

Für dezentrale Einsatzszenarien bieten wir eine verschlüsselte Mobilfunkübertragung an – wahlweise auf den Server des Kunden oder auf unsere Infrastruktur. Unsere Server stehen in Deutschland und werden nicht bei amerikanischen Cloud-Anbietern betrieben. Für viele Kunden im behördlichen Umfeld ist das ein entscheidender Faktor.

Kameras erfassen – KI analysiert – Menschen entscheiden

Der vielleicht wichtigste Gedanke aus dem Podcast: Man sollte zwei Dinge getrennt betrachten. Die Kamera ermöglicht die Aufzeichnung – das ist der eigentliche Eingriff. KI sorgt anschließend dafür, dass große Datenmengen effizient ausgewertet werden können. Muster erkennen, schneller suchen, Auffälligkeiten markieren. Die Entscheidung, was mit den Erkenntnissen passiert, bleibt beim Menschen. Diese Trennung ist uns wichtig.