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Zahlen & Maßnahmen

Die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen beschäftigt Fahrgäste, Beschäftigte und Politik gleichermaßen. Verbale Attacken, körperliche Übergriffe und eine sinkende Hemmschwelle gegenüber Bahnpersonal prägen seit Jahren die Schlagzeilen. Die Zahlen der Bundespolizei belegen einen klaren Trend: Gewalt im Bahnverkehr nimmt zu – und das Thema Bahn Sicherheit ist drängender denn je.

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Gewalt in Zügen und an Bahnhöfen: Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache

Die Polizeiliche Eingangsstatistik (PES) der Bundespolizei dokumentiert die Kriminalitätsentwicklung in Bahnhöfen und Zügen. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt einen besorgniserregenden Anstieg – insbesondere bei Gewaltdelikten.
Wer eine Body-Cam trägt, kennt die Situation: Es wird laut, die Lage eskaliert – und erst dann fällt einem ein, dass die Kamera noch gar nicht läuft. Genau dieses Problem beschäftigt uns bei NetCo seit Jahren. Denn die beste Aufnahme nützt nichts, wenn sie zu spät beginnt.

Im Jahr 2022 registrierte die Bundespolizei rund 23.110 Gewaltdelikte und 1.693 Sexualdelikte. Hinzu kamen 1.107 Waffendelikte und 47.880 Eigentumsdelikte. Ein Jahr später, 2023, stiegen die Gewaltdelikte bereits auf 25.640 Fälle an, die Sexualdelikte auf 1.898 und die Eigentumsdelikte auf 57.830. Die aktuellsten verfügbaren Ganzjahreszahlen für 2024 setzen diesen Trend fort: 27.160 Gewaltdelikte, 2.262 Sexualdelikte, 1.238 Waffendelikte und 58.532 Eigentumsdelikte. Allein im ersten Halbjahr 2025 registrierte die Bundespolizei bereits 14.047 Gewaltdelikte und 1.076 Sexualdelikte.

Das bedeutet: Innerhalb von nur zwei Jahren ist die Zahl der Gewaltdelikte im Bahnbereich um rund 17,5 Prozent gestiegen. Auch die Sexualdelikte haben um mehr als 33 Prozent zugenommen. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Fahrgäste – sie trifft vor allem die Beschäftigten der Deutsche Bahn, die tagtäglich im direkten Kontakt mit Reisenden stehen.

Allein im Jahr 2025 wurden mehr als 3.000 Angriffe auf Mitarbeitende verzeichnet – das entspricht durchschnittlich etwa acht Attacken pro Tag. Rund die Hälfte dieser Übergriffe richtet sich gegen Beschäftigte im Regionalverkehr, etwa bei Fahrkartenkontrollen.

Gewaltdelikte 2024

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Sexualdelikte 2024

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Angriffe auf Mitarbeitende 2025

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Attacken pro Tag (Durchschnitt)

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Was die Deutsche Bahn für die Sicherheit im Zug und an Bahnhöfen tut

Die Deutsche Bahn setzt auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, das verschiedene Bausteine umfasst. Im Zentrum stehen die eigene DB Konzernsicherheit sowie der DB Sicherheitsdienst, dessen Mitarbeitende an Bahnhöfen und in Zügen für Ordnung sorgen. Die Sicherheitskräfte sind speziell in Deeskalation und Gefahrenabwehr geschult.

Wir arbeiten daran, dass die Kamera selbst erkennt, wann sie gebraucht wird. Laute Stimmen, aggressive Gesten, hektische Bewegungen – all das sind Signale, auf die eine intelligent ausgestattete Body-Cam reagieren kann. Bereits 2020 haben wir auf der GPEC in Leipzig einen funktionierenden Prototyp gezeigt, der aggressives Verhalten erkennt und die Aufnahme automatisch startet. Das war lange bevor der aktuelle KI-Hype begann – und es war kein Showeffekt, sondern eine Antwort auf ein reales Problem aus dem Einsatzalltag.

Von staatlicher Seite ist die Bundespolizei für die Sicherheit im Bahnverkehr zuständig. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf rund 5.700 Bahnhöfe und 33.500 Streckenkilometer in ganz Deutschland. In akuten Notfällen greift ergänzend die jeweilige Landespolizei ein.

Neben dem personellen Einsatz spielt technische Überwachung eine zentrale Rolle: Derzeit sind rund 11.000 Kameras an Bahnhöfen installiert. In Zügen des Nahverkehrs und der S-Bahn sind etwa 57.000 Kameras verbaut, die nahezu drei Viertel aller entsprechenden Fahrzeuge abdecken.

Für Mitarbeitende mit Kundenkontakt hat die Bahn zudem verschiedene Schutzmaßnahmen etabliert: Deeskalationstrainings gehören zu den regelmäßigen Fortbildungen, und über eine spezielle App können Vorfälle direkt per Smartphone gemeldet werden. Beschäftigte, die Opfer von Übergriffen geworden sind, erhalten Unterstützung durch ein Team aus rund 60 Psychologinnen, Psychologen und Sozialberatenden.

Bodycams bei der Deutsche Bahn: Kleine Kameras mit großer Wirkung

Ein Instrument, das in der aktuellen Debatte besonders viel Aufmerksamkeit erhält, sind kleine, am Körper getragene Kameras. Diese Body-Cams werden bereits in verschiedenen Bereichen eingesetzt: bei der Polizei ebenso wie beim DB Sicherheitsdienst und beim Zugpersonal im Regionalverkehr.

Nach dem DB Sicherheitsgipfel am 13.02.2026 steht nun fest: Alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt in Nahverkehr, Fernverkehr und an den Bahnhöfen sollen in 2026 mit einer Body-Cam ausgestattet werden. Die Nutzung soll dabei freiwillig sein.

Das Funktionsprinzip der Body-Cam ist einfach, aber wirkungsvoll: Die Kameras laufen nicht dauerhaft, sondern werden erst eingeschaltet, wenn eine Situation zu eskalieren droht. Die Deutsche Bahn berichtet von durchweg positiven Erfahrungen, da sich Konflikte häufig schnell beruhigen, sobald das Gegenüber die aktivierte Kamera bemerkt.

Die Bodycam bietet dabei einen doppelten Nutzen: Sie wirkt präventiv, indem sie Hemmschwellen erhöht, und sie sichert gleichzeitig Beweise, die bei einer späteren Strafverfolgung entscheidend sein können. Gewerkschaften wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten daher im Vorfeld des DB Sicherheitsgipfels eine deutliche Ausweitung des Bodycam Einsatzes sowie eine personelle Doppelbesetzung bei der Deutsche Bahn gefordert.

Gerade im Bahnumfeld stellen sich besondere Anforderungen an professionelle Bodycam-Lösungen: ein robustes Gehäuse, das auch bei körperlichen Auseinandersetzungen standhält, eine intuitive Ein-Knopf-Bedienung für Stresssituationen, lange Akkulaufzeiten im Schichtbetrieb und eine datenschutzkonforme Speicherung der Aufnahmen. Nicht zuletzt zeigt die Praxis, dass Bodycams ein wirkungsvolles Werkzeug zur Deeskalation im Zug sind.

Der DB Sicherheitsdienst und die Konzernsicherheit: Wer sorgt für Ordnung?

Die organisatorische Verantwortung für die Sicherheit bei der Deutsche Bahn liegt bei der DB Konzernsicherheit. Sie koordiniert alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen und arbeitet eng mit der Bundespolizei sowie den Landespolizeibehörden zusammen.

Der DB Sicherheitsdienst stellt das operative Personal, das an Bahnhöfen und in Zügen für die Sicherheit der Fahrgäste und Beschäftigten sorgt. Die Mitarbeitenden sind speziell für den Umgang mit Konfliktsituationen ausgebildet. Zu ihren Aufgaben gehören Streifengänge an Bahnhöfen, Begleitung von Zügen auf besonders belasteten Strecken, Einsätze bei Großveranstaltungen und Fußballspielen sowie die Zusammenarbeit mit Bundespolizei und lokalen Sicherheitsbehörden.

Erkennbar sind die Einsatzkräfte an ihrer einheitlichen DB Sicherheitsuniform – die dunkle Kleidung mit gut sichtbarer Beschriftung signalisiert Präsenz und schafft Vertrauen bei Fahrgästen. Neben der klassischen Streifentätigkeit gehören Lagebeurteilungen, Notfallmanagement und die enge Abstimmung mit der Bundespolizei zum Arbeitsalltag.

Sicherheit im Zug: Was Fahrgäste wissen sollten

Für Fahrgäste, die sich im Zug unsicher fühlen, gibt es verschiedene Anlaufstellen und Verhaltenstipps. Im Ernstfall sollte über den Notruf oder die Notrufsäulen am Bahnhof die Bundespolizei verständigt werden. In Zügen können sich Reisende an Zugbegleitende oder an die DB Sicherheit wenden.

Die Deutsche Bahn empfiehlt außerdem, verdächtige Situationen frühzeitig zu melden und sich in belebte Bereiche des Zuges zu begeben. Die flächendeckende Videoüberwachung soll nicht nur der Beweissicherung dienen, sondern auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste stärken.

Dennoch zeigen Umfragen, dass sich viele Reisende – insbesondere Frauen – in Zügen und an Bahnhöfen unwohl fühlen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden.

Im Notfall richtig handeln Notruf wählen oder Notrufsäule am Bahnhof nutzen. Im Zug: Zugbegleitende oder DB Sicherheit ansprechen. Verdächtige Situationen frühzeitig melden und belebte Bereiche aufsuchen. ×

Der DB Sicherheitsgipfel und die nächsten Schritte

Die zunehmende Gewalt im Bahnverkehr, zuletzt der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz, hat die Deutsche Bahn dazu veranlasst, einen Sicherheitsgipfel einzuberufen. DB-Chefin Evelyn Palla kündigte im Vorfeld an, alle relevanten Entscheidungsträger für mehr Sicherheit auf der Schiene an einen Tisch zu holen – darunter Vertreter der Länder, des Bundesverkehrsministeriums, der Gewerkschaften, der Bundespolizei und der gesamten Bahnbranche.

Ziel war es, sowohl kurzfristige Maßnahmen zu beschließen als auch langfristige Finanzierungsfragen zu klären. Der geplante Sicherheitsgipfel in Berlin macht deutlich: Sicherheit bei der Deutsche Bahn ist kein Randthema mehr, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die entschlossenes Handeln aller Beteiligten erfordert.

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